Rückschau 2010

 

Jahresprogramm

Der 32. Jahrgang von „Meisterinterpreten im Gespräch“ wird am Sonntag, dem 17. Januar 2010, 16.00 Uhr mit einem Gastspiel aus Bulgarien eröffnet. Ein Gipfelwerk der Weltmusikliteratur soll den Gipfelpunkt der Konzertreihe markieren: Verdis „Messa da Requiem“, seine gewissermaßen in den Konzertsaal verpflanzte 25. Oper (ohne regieliche Veränderung), das reichste, reifste, erschütterndste Requiem überhaupt, welches den liturgischen Rahmen sprengt. Dramatische Energie, Charakter, weitschwingende vokale Pracht und romantische Orchesterglut werden erwartet von achtzig Solisten, Choristen und Orchestermusikern der Verdi-Oper Russe. Das Ensemble von der Staatsoper an der Donau geht unter Slawil Dimitrow auf Mitteleuropa-Tournee und macht im Kulturzentrum freundlicherweise Sonderkonditionen möglich.

Das Reise-Ensemble der Verdi-Oper Russe vorm Theater


Das Jahr 2010 wird im Musikleben weitgehend geprägt sein von den Komponisten Robert Schumann (1810 – 1856) und
Frédéric Chopin (1810 – 1849). Chopins sensible und leidenschaftliche Musik soll in den Genres ergänzend interpretiert werden, welche in Dippoldiswalde bisher unberücksichtigt blieben. Am Sonntag, dem 28. Februar 2010, 16.00 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit der polnisch-deutschen Chopin-Preisträgerin Elza Kolodin. Die langjährige Freiburger Klavierprofessorin wird mehr als Brillanz demonstrieren, denn die Mazurken spiegeln viel vom Wesen Chopins, umspannen kompositorisch sein Leben. Außerdem erklingen seine Walzer, die Glanz wie vornehme Distanz der Salon-Impression zu vermitteln vermögen.
Schirmherr Dr. Benedikt Holtbernd (Semperoper) wird Frédéric Chopin würdigen.


Die dritte Veranstaltung am Sonntag, dem 28. März 2010, 16.00 Uhr präsentiert fünf Solisten aus Israel, Rußland, Tschechien und Deutschland als Klavierquintett. Primus inter pares: der Konzertmeister des Israel Philharmonic Orchestra, Ilja Konowalow. Auf dem Programm werden auf Wunsch Werke von Schumann, Brahms und Dvořák stehen.


Das Publikum von „Meisterinterpreten im Gespräch“ erwartet am Sonntag, dem 25. April 2010, 19.30 Uhr eine Novität: die Neugründung eines klassischen Salonorchesters durch Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle Dresden aus Anlaß der vor 25 Jahren erfolgten Wiedereröffnung der Semperoper. Auf klassisch-romantischen Instrumentarium werden nicht nur bekannte Melodien vorgestellt, sondern auch anscheinend vergessene, wertvolle Opernmusik. Entsprechend der Berliner Besetzung wird erstmals auch ein Harmonium in Dippoldiswaldes Konzertreihe zum Einsatz kommen. Die Leitung von „Fantastica opera instrumentale“ übernimmt Kapellmeister Johannes Wulff-Woesten (Semperoper).

Mitglieder des zu gründenden Kammerensembles der Staatskapelle


Das für diverse Aufgaben des Musikvereins so eminent bedeutsam gewordene Benefizkonzert gestaltet am Sonntag,
dem 2. Mai 2010, 16.00 Uhr
zum zweiten Male Professor Arkadi Zenzipér mit Studenten und Absolventen seiner Klavierklasse der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden. Vorgesehen ist die Darbietung von Werken Mozarts, Schumanns, Prokofjews und anderen. Es werden Spenden erbeten.

Der Meister und seine Klavierstudenten


Am Sonnabend, dem 12. Juni 2010, 19.30 Uhr wird zum dritten Male die Brasilianerin Eliane Rodrigues zu Gast sein. Die Amsterdamer Professorin, auch als Komponistin hervorgetreten, wird im Chopinjahr in Dippoldiswalde noch nicht erklungene Nocturnes vom Meister des klavieristischen Belcantos, Frédéric Chopin, der ein Virtuose in den Pariser Salons war und längere Zeit vor allem mit den „Nachtstücken“ identifiziert wurde, darbieten.


Nach der Sommerpause findet der Endausscheid des „Competizione dell’Opera in Dresdens Semperoper statt. Generalintendant Hans-Joachim Frey (Bremen) hat zugesagt, dessen Teilnehmer auch 2010 nach Dippoldiswalde zu verpflichten und die Veranstaltung Ausschnitte vom Auftritt in Dippoldiswalde 2009 selbst zu moderieren. Traditionell wird Johannes Wulff-Woesten, der Studienleiter der Semperoper, den auserwählten Belcanto-Nachwuchs begleiten. Termin: Sonntag, 12. September 2010, 16.00 Uhr.

Ausschnitte vom Auftritt in Dippoldiswalde 2009


Mit zehnjähriger Verzögerung ist für Sonntag, den 3. Oktober 2010, 16.00 Uhr Franz Schuberts „Winterreise“ neu geplant. Original für Tenor und Hammerklavier komponiert, wollen sie Marcus Ullmann (Tenor) und Gewandhausorganist Michael Schönheit auch so interpretieren.


Weil die Semperoper beziehungsweise das vorangegangene Interimstheater allzeit eine wichtige Basis der Konzertreihe „Meisterinterpreten im Gespräch“ war, wurde ein weiterer, zugleich für Dippoldiswalde spezifischer Beitrag, aufgenommen. Christof Keymer, Hochschuldozent in Hannover, hier bekannt geworden durch Deutschlandradio „Kultur“, wird am Sonnabend, dem 30. Oktober 2010, 19.30 Uhr im Kulturzentrum Opernszenen am Klavier vorstellen. Die Transkriptionen von Moszkowski, Raff, Kuhlau, Thalberg und anderen werden von Mozart („Don Giovanni“) über die Barcarole aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ bis Wag-
ner („Der Venusberg“, „Isoldes Liebestod“) reichen.


Das klangschöne Positiv mit Pedalen des Musikvereins Dippoldiswalde e. V. soll am Sonnabend, dem 20. November 2010, 19.30 Uhr von Prof. František Vaniček (Universität Hradec Králové) gespielt werden. Sein Duo-Partner: der Solotrompeter der Tschechischen Philharmonie, Jaroslaw Haliř. Die Werkfolge von Gabrieli und Clarke über Albinoni, J. S. Bach, Pachelbel, Händel sowie Vejvanowský bis Charpentier verspricht Abwechslung und Hörgenuß.


Zum Abschluß des Jahrganges soll anläßlich seines 425. Geburtstages des „Vaters der deutschen Musik“ gedacht werden. Die 53jährige Capella Fidicinia Leipzig, ein Ensemble für Alte Musik, das unter Dr. Grüß in der DDR einst eine Vorreiterrolle hinsichtlich der historischen Aufführungspraxis spielte, will am Sonntag, dem 12. Dezember 2010, 16.00 Uhr Heinrich Schützens „Weihnachtshistorie“ aus dem Jahre 1664 zu Gehör bringen. Dr. Krumbiegel, der neue künstlerische Leiter, wird einführen und die alten Instrumente vorstellen. Im weiteren Angebot des Instrumental- und Vokalensembles sind auch bekannte Weihnachtslieder.

Hinter der Truhnorgel: die Sänger des Ensembles